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Wo 32’900 neue Mietwohnungen entstehen – und wann sie bezugsbereit sind

In der Schweiz wurden innerhalb von zwölf Monaten 32’900 Mietwohnungen bewilligt – elf Prozent mehr als im Vorjahr und rund 50 Prozent mehr als am jüngsten Tiefpunkt. Besonders dynamisch entwickeln sich die Region Bern und die Innerschweiz; bezugsbereit werden viele Projekte jedoch erst zwischen 2027 und 2029, grössere Arealentwicklungen teilweise noch später.

Autor: Nikita von Niederhäuser, Immobilienexperte UrbanHome Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 16 Minuten

01
32’900 bewilligte Mietwohnungen letzte zwölf Monate
02
+11 % gegenüber Vorjahr deutlicher Aufschwung
03
+44,2 % Baugesuche Region Bern stärkster publizierter Zuwachs
04
2027–2029 viele erwartete Bezüge Grossprojekte teilweise später
Was bedeutet 32’900?

Bewilligt.
Nicht fertig.
Nicht garantiert.

Eine Baubewilligung ist ein wichtiger Frühindikator für das künftige Wohnungsangebot.

Baupipeline statt fertige Wohnungen
01

32’900 bewilligte Einheiten

Die 32’900 Einheiten wurden in einer Ende Juli 2026 veröffentlichten Wüest-Partner-Auswertung ausgewiesen, über die Blick berichtet hat.

Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von elf Prozent; gegenüber dem jüngsten Tiefpunkt der Bautätigkeit beträgt der Anstieg rund 50 Prozent.

02

Bewilligung ist noch keine Fertigstellung

Nach der Bewilligung können Rechtskraft, Finanzierung, Ausführungsplanung, Vergabe, Baustart, Bau, Abnahme und Erstvermietung folgen.

03

Keine vollständigen regionalen Stückzahlen

Die veröffentlichten Daten enthalten keine vollständige Aufteilung der 32’900 Wohnungen nach Kanton, Gemeinde oder Projekt.

Regionale Prozentwerte zeigen die Veränderung der Baugesuche – nicht die genaue Zahl der bereits bewilligten Einheiten je Region.

!
Regionale Stückzahlen und Bezugstermine sind nicht vollständig ausgewiesen

Die genannten Zeitfenster sind eine begründete Markteinordnung, keine Garantie.

Die wichtigsten Zahlen

Baupipeline und Wohnungsmarkt auf einen Blick

Die Kennzahlen zeigen einen deutlichen Aufschwung, gleichzeitig bleibt der Schweizer Mietmarkt knapp.

Bau
Neue Mietwohnungen

Deutlicher Anstieg der Pipeline

32’900: bewilligte Mietwohnungen in den letzten zwölf Monaten; nicht zwingend bereits im Bau.

+11 %: Veränderung gegenüber dem Vorjahr.

Rund +50 %: gegenüber dem jüngsten Tiefpunkt vor etwa zweieinhalb Jahren.

Rund 15 %: Anteil der Ersatzneubauten.

Markt
Regionale Dynamik

Grosse Unterschiede zwischen den Regionen

+44,2 %: Baugesuche Region Bern.

+25,8 %: Baugesuche Innerschweiz.

1,00 %: Leerwohnungsziffer 2025.

48’455 Leerwohnungen: Stand 1. Juni 2025.

Regionen

Wo der Mietwohnungsbau besonders anzieht

Die Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich. Besonders stark steigt die Zahl der Baugesuche in Bern und in der Innerschweiz.

ZH
Zürich · ZH / SH

Gesuche weiterhin tief

Knappe Flächen, Verdichtung, Kosten und lange Verfahren bremsen die Pipeline.

GE
Genfersee

Sehr knapper Markt

GE und Genfersee-Gemeinden im Kanton Waadt: Die Gesuchsdynamik bleibt trotz knapper Marktlage tief.

NW
Nordwestschweiz

Insgesamt geringe Dynamik

AG, BL, BS und SO: Einzelne Grossprojekte sind möglich, die Gesuchsdynamik bleibt insgesamt jedoch tief.

i
Auch schwache Regionen können lokal grosse Projekte haben

Einzelne Grossprojekte können lokal eine grosse Wirkung entfalten, selbst wenn die gesamte regionale Gesuchsdynamik tief bleibt.

Wann bezugsbereit?
Ab 2027

Die ersten grösseren Bezugswellen können beginnen.

Ein nationaler Bezugstermin existiert nicht. Die Bewilligungen wurden über zwölf Monate verteilt und betreffen Projekte mit sehr unterschiedlichem Stand.

UrbanHome-Einordnung 2027 bis 2030+
01
Bau bereits gestartet

Bezug häufig 2027–2028

Vermarktung teilweise bereits 2026 oder 2027.

02
Bewilligung rechtskräftig

Bezug häufig 2028

Baustart steht bevor; Vermarktung erfolgt häufig während der Bauphase.

03
Start oder Finanzierung offen

Bezug eher 2028–2029

Vermarktung beginnt entsprechend später.

04
Grosses Areal

Erste Bezüge 2028/2029

Bei mehreren Etappen können letzte Bezüge 2030 oder später erfolgen.

05
Einsprachen oder Rekurse

2029 oder später

Der Termin bleibt unsicher; die Umsetzung ist nicht garantiert.

!
Keine offizielle Wüest-Partner-Prognose

Die Zeitfenster sind eine vorsichtige UrbanHome-Markteinordnung. Verbindlich ist nur der Zeitplan der konkreten Bauherrschaft beziehungsweise der unterzeichnete Mietvertrag.

Bezugszeit-Schätzer

Wann könnte ein Projekt bezugsbereit sein?

Wählen Sie Projektstand und Projektgrösse. Der Rechner liefert eine grobe Orientierung ab August 2026.

Grobe Orientierung ab August 2026; keine Garantie.

27 Frühe Projekte erste Bezüge ab 2027
28 Viele Projekte realistisch ab 2028
30+ Grossareale letzte Etappen teilweise später
Ersatzneubauten

Rund 15 Prozent sind Ersatzneubauten

Rund 15 Prozent der bewilligten Wohnungen gehören laut Studienautor zu Ersatzneubauten.

Rechnerisch entsprechen 15 Prozent von 32’900 rund 4’935 Wohnungen.

Das bedeutet nicht, dass der Wohnungsbestand exakt um 4’935 Einheiten weniger wächst. Ein Gebäude mit 40 alten Wohnungen kann beispielsweise durch 90 neue Wohnungen ersetzt werden.

Auch die übrigen rund 27’965 Einheiten sind keine garantierte Nettozunahme, weil Projekte verändert, verzögert oder nicht realisiert werden können.

15% Ersatzneubau rund 4’935 Einheiten
85% Übrige Projekte rund 27’965 Einheiten
Mietmarkt Schweiz

Entspannt sich der Mietmarkt jetzt?

Die höheren Bewilligungszahlen sind ein positives mittelfristiges Signal, beenden die Wohnungsknappheit aber nicht sofort.

Positiv
Baupipeline

Mittelfristig mehr Angebot

Wüest Partner rechnet damit, dass einzelne Regionen ab 2027 langsam stabiler werden könnten.

Eine schnelle und flächendeckende Entspannung wurde ausdrücklich nicht prognostiziert.

1,00%
Leerstand

Der Markt bleibt knapp

Die offizielle Leerwohnungsziffer lag 2025 bei genau 1,00 Prozent.

Entscheidend ist, ob die Wohnungen tatsächlich gebaut werden, wo sie liegen, wie viele alte Einheiten sie ersetzen und wie stark Bevölkerung und Haushaltszahl weiter wachsen.

Neue Wohnungen

Mehr Angebot.
Hohe Kosten.
Nicht automatisch günstig.

Mehr Wohnungsbau bedeutet nicht automatisch tiefere Anfangsmieten bei Neubauten.

01

Neubau ist häufig teurer

Neubauwohnungen sind wegen Land-, Bau-, Finanzierungs- und Energiekosten häufig teurer als langjährige Bestandswohnungen.

02

Mehr Angebot kann den Druck bremsen

Mehr Angebot kann den Anstieg der Angebotsmieten bremsen, führt aber nicht automatisch zu günstigen Anfangsmieten.

03

Bauträger machen einen Unterschied

Genossenschaften, gemeinnützige Bauträger, preisgünstige Quoten oder kommunales Land können andere Preissegmente erreichen als rein renditeorientierte Projekte.

CHF
Nicht nur die Nettomiete vergleichen

Wohnungssuchende sollten Bruttomiete, Nebenkosten, Fläche, Mobilitätskosten und allfällige Mindestbelegungen vergleichen.

Neubau früh finden
In 7

Schritten neue Projekte früher entdecken.

Viele Neubauwohnungen werden bereits lange vor der Fertigstellung vermarktet.

Wichtig Erstvermietung früh beobachten
01
Suchabo

Neubau und Erstbezug beobachten

Suchabo für Neubau, Erstbezug und die gewünschte Region einrichten.

02
Projekte

Projektseiten beobachten

Webseiten von Gemeinden, Arealentwicklungen, Genossenschaften und institutionellen Bauherrschaften beobachten.

03
Vermarktung

Nach Erstvermietung suchen

Nicht nur den Baubeginn, sondern die geplante Erstvermietung beobachten.

04
Newsletter

Früh registrieren

Projektnewsletter oder Interessentenlisten frühzeitig abonnieren.

05
Suchgebiet

Nachbargemeinden einbeziehen

Auch gut erschlossene Nachbargemeinden in die Suche aufnehmen.

06
Bewerbung

Dossier vorbereiten

Mietbudget und Bewerbungsdossier vor dem Vermarktungsstart vorbereiten.

07
Sicherheit

Projekt und Zahlung prüfen

Projekt, Verwaltung und Zahlungskonto vor jeder Vorauszahlung prüfen.

Ausblick bis 2030

Drei mögliche Szenarien

Wie stark die aktuelle Bewilligungswelle den Markt entlastet, hängt von Fertigstellungen, Nachfrage und Verzögerungen ab.

03
Verzögerter Effekt

Wirkung erst ab 2029

Einsprachen, Ersatzneubauten und Kosten verzögern die Fertigstellungen. Die heutige Bewilligungswelle wirkt erst 2029 oder später stärker.

Häufige Fehlinterpretationen
Die 7

häufigsten Denkfehler bei den 32’900 Wohnungen.

Die Zahl ist ein wichtiges Signal, lässt sich aber leicht falsch interpretieren.

01

Bewilligungen mit fertigen Wohnungen gleichsetzen

02

Annehmen, alle Einheiten erhöhten den Bestand netto

03

Zuwachsrate der Baugesuche als regionale Stückzahl interpretieren

04

Von der Schweiz direkt auf die eigene Gemeinde schliessen

05

Mit sofort sinkenden Mieten rechnen

06

Die aktuelle Wohnungssuche stoppen und nur auf Neubauten warten

07

Angekündigten Bezugstermin vor Vertragsabschluss als garantiert betrachten

Checkliste

Checkliste für Wohnungssuchende

Wer Neubauwohnungen früh finden möchte, sollte Region, Zeitplan, Bewerbung und Sicherheit parallel vorbereiten.

01
Region

Suchgebiet vorbereiten

Bern und Innerschweiz im Suchabo

Nachbargemeinden einbezogen

Areal- und Gemeindewebseiten gespeichert

02
Zeitplan

Projektstand verstehen

Bewilligung und Baustart unterschieden

Einsprachen und Etappen geprüft

Erstvermietung statt nur Fertigstellung beobachtet

03
Bewerbung

Bewerbungsbereit sein

Betreibungsregisterauszug aktuell

Dossier vollständig

Mietbudget inklusive Nebenkosten

04
Sicherheit

Vertrag und Anbieter prüfen

Projekt und Verwaltung geprüft

Keine ungesicherte Vorauszahlung

Neuer Mietvertrag vor Kündigung der alten Wohnung

Direkt beantwortet

Häufige Fragen zu den 32’900 neuen Mietwohnungen

Die wichtigsten Antworten kompakt erklärt.

8 Fragen & Antworten

Nein. Es handelt sich um bewilligte Wohnungen. Ein Teil ist im Bau, andere Projekte stehen noch vor dem Baustart.

Bei den Baugesuchen in der Region Bern und in der Innerschweiz. Eine vollständige kantonale Stückzahlverteilung wurde nicht veröffentlicht.

Bei bereits gestarteten Projekten ab 2027. Viele neu bewilligte Projekte dürften 2028 folgen; Grossprojekte später.

Nein. Viele Einheiten werden erst 2028, 2029 oder später bezugsbereit.

Rund 15 Prozent gehören zu Projekten, die bestehende Wohnungen ersetzen. Die genaue Nettozunahme ist daraus nicht ableitbar.

Nicht automatisch. Sie können den Angebotsdruck reduzieren, Neubauwohnungen bleiben aber häufig teurer.

Mit Suchabos, Projektnewslettern, Gemeindeinformationen, Genossenschaftsseiten und Erstvermietungsportalen.

Ja. Finanzierung, Einsprachen, Kosten oder Projektänderungen können die Umsetzung verzögern oder verhindern.

Das Wichtigste

Fazit: 32’900 Bewilligungen sind ein starkes Signal – aber noch keine fertigen Wohnungen

Die 32’900 bewilligten Mietwohnungen sind das stärkste positive Angebotssignal seit mehreren Jahren, aber noch kein sofort verfügbares Wohnungsangebot.

Die neue Dynamik ist in Bern und der Innerschweiz besonders gross; viele Bezüge sind zwischen 2027 und 2029 zu erwarten.

Wohnungssuchende sollten Neubauprojekte früh beobachten, ohne ihre laufende Suche zu unterbrechen.

Neue Mietwohnungen

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